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Innovation aus Lübben

Geschrieben von Redaktion   
Donnerstag, 15 Oktober 2009
Der Lübbener Garten- und Landschaftsbaubetrieb Reinhardt Feind beugt mit seiner neuen Maschine gegen die Zerstörungen von Wegen, insbesondere Radwegen, durch Wurzeln vor. Wir sprachen mit Reinhardt Feind, dem Geschäftsführer der Firma Feind Garten- und Landschaftsbau sowie Baumdienst und Entwickler der Wurzelschutzfräse.

Herr Feind wie kamen Sie auf die Idee eine solche Maschine zu entwickeln?

Reinhardt Feind: Immer wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin ärgert mich, dass die erst vor einigen Jahren errichteten asphaltierten Fahradrouten durch Wurzeln zerstört werden. Allein 2008 wurden ca. 16 Millionen Euro in den Bau von Radwegen an den Bundes- und Landesstraßen investiert. Im Land Brandenburg sind es etwa 200 Millionen Euro. Immer wenn ich meine Tour durch den Spreewald fahre, möchte ich ja nicht wie auf einem Waschbrett radeln.

Ja nun zur Wurzelschutzfräse „WSF 800“.
Was macht diese WSF 800?


R. F.: Neben der Fahrbahn oder dem Radweg wird mit der Wurzelschutzfräse WSF 800 ein ca. 5 cm breiter Schlitz bis 80cm tief gefräst. Also ein Schlitz ins Erdreich eingebracht. In diesem Frässchlitz wird mit der gleichen Maschine maschinell eine Wurzelschutzfolie bis 75cm tief verlegt. Im gleichen Arbeitsgang wird der Einschnitt mit dem vorhandenen Boden wieder verfüllt. Neues Saatgut wird ausgestreut und eingearbeitet. der  Arbeitsbereich planiert, verdichtet und die Fahrbahn gereinigt.

Die Wurzelschutzfolie wird bis zu 75cm eingelassen, warum so tief?

R. F.: Die Schäden an den Straßen und Radwegen verursachen vorrangig oberflächennahe Wurzeln, die unter der Asphaltdecke in die Fahrbahn einwachsen. Mit dem 75cm tiefen Einbringen der Wurzelschutzfolie kann das Wurzelwachstum der Bäume und Sträucher im Bereich neben der Fahrbahn oder Radwege kontrolliert werden und somit das Einwachsen von Wurzeln in den Straßenkörper nachhaltig verhindert werden.

So ein Projekt hat in der Regel mehrere Väter.


R. F.: Ja , Sie haben recht. Von der Idee bis zur Umsetzung, das ist schon ein langer Weg. Mit kompetenten Partnern lässt sich ein solches Projekt erfolgreich umsetzen. Für die Umsetzung der Technik habe ich einen fränkischen Maschinenbauer, mit dem wir schon viele Projekte realisiert haben, gewinnen können. Bei der Folie konnte ich mich auf die zwanzig jährige Erfahrung der Firma RootBarrier aus den Niederlanden stützen.

Welche Vorteile bietet dieses Verfahren?

R. F.: Wir sichern mit diesem Verfahren den fachgerechten und schnellen Einbau. Außerdem werden durch den maschinellen Einbau die Baukosten erheblich reduziert.

Welchen Vorteil haben die Kommunen?


R. F.: Wenn der schönste Radweg zum Waschbrett wird, ist eine Sanierung für die jeweilige Kommune eine teure Angelegenheit. Auch bei dem Bau neuer Fahrbahnen oder Radwege hat die Anwendung einer Wurzelschutzfolie die Nachhaltigkeit und Lebensdauer verbessert. Die Kosten bei der Sanierung und beim Neubau sind überschaubar.

Nennen Sie den Lesern bitte einige Referenzen?

R. F.: Ja wir haben einige Radwege mir der WSF800 saniert bzw. neu gebaut. In unserer Region war es der Rad- und Skaterweg Kemlitz-Sieb-Rosenthal im Amt Dahme. Hier kam unsere Wurzelschutzfräse zum ersten mal zum Einsatz. Weiterhin haben wir die Wurzelschutzfräse auf Radwegen in Bärwalde, Oranienburg, Briesen und Eisenhüttenstadt eingesetzt, um nur einige zu nennen.

Quelle: Dahme-Spree-Magazin von Redaktion